Regionalportal Donau-Ries
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    Regionalkonferenz 2015

    Suche nach Sinn, Halt und Heimat


    Zukunftsforscher Opaschowski zeigt bei Regionalkonferenz Trends auf

    Bis 2030 ändern sich die Lebensprioritäten der Menschen in Deutschland. Davon ist Prof. Dr. Horst Opaschwoski, renommierter Zukunftsforscher aus Hamburg, überzeugt. Im Rahmen der „Regionalkonferenz Zukunft“ des Regionalmanagements Donau-Ries in Wemding stellte er seine Zukunftstrends vor.
    Landrat Stefan Rößle begrüßte alle Gäste und nannte kurz einige aktuelle Aufgaben wie die Werksschließung von Kathrein, den Ausbau der Bildungsprojekte für Zuwanderer und die Identitätsbildung mit der Marke DONAURIES.

    Regionalmanager Klemens Heininger, der die Regionalkonferenz zusammen mit seinem Team organisiert hatte, berichtete, dass der Landkreis Donau-Ries deutlich von der neuen Förderrichtlinie des Freistaates profitiere. Rund 300.000 Euro wurden aus München zugesagt. Zukunftsthemen würden dabei einen wesentlichen Teil ausmachen.
    Als Referent des Abends sprach Prof. Dr. Horst Opaschowski vom Opaschowski Institut für Zukunftsforschung in Hamburg. Der Professor skizzierte in einem kurzweiligen Vortrag „Zukunftstrends“ bis zum Jahr 2030, die auf wissenschaftlichen Erhebungen basieren.

    Einige frühere Prognosen wie zum Beispiel die Aussage „Armut benötigt keinen Pass“ würden sich heute als zutreffend erweisen. Als einen Megatrend nannte er: „Die Welt wandert und wächst, Deutschlang altert und schrumpft“. Daher sieht Opaschowski in der aktuellen Zuwanderung eine große Chance für das Land – gerade angesichts des demografischen Wandels seien junge Nachwuchskräfte aus dem Ausland gefragt. Ein wichtiger Standortfaktor wird allerdings die Toleranz für ethnische Minderheiten werden, kulturelles Verständnis und Integration ein wichtiger Schlüsselpunkt für die weitere Entwicklung.

    Der Professor betonte, „Zukunftsforschung ist nicht mit der Glaskugel in die Zukunft sehen, sondern die Gegenwart beobachten und diese richtig deuten.“ Es sei nicht wichtig, die Zukunft vorauszusehen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Zentral stellt er sich dabei die Frage: „Was will der Mensch?“ Hieraus hat Opaschowski zehn Trends abgeleitet.
    Einer dieser Trends lautet: Die Arbeitswelt wird sich zugunsten derjenigen verändern, die bereits jenseits der 50 sind. Denn „Nachhaltigkeit und Erfahrungen sind in den Chefetagen der Unternehmen und Betriebe wieder mehr gefragt als Kurzfristigkeit. Opaschowski ist überzeugt: Künftig ist strategische Planung wichtiger als kurzzeitliches Renditedenken. Sicherheitsüberlegungen bekommen ein höheres Gewicht bei Entscheidungen.

    Sicherheit – dieses Stichwort zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag. Geld, Gesundheit, Geborgenheit seien den Deutschen besonders wichtig. Die Menschen sehnen sich stärker nach Sicherheit und damit wird auch die Familie, nicht im traditionellen, sondern im erweiterten Verständnis, wieder wichtiger. Generell sieht er die Tendenz weg vom Wachstum um jeden Preis und hin zur Prognose „Gut leben statt viel haben“. Nicht mehr nur ökonomische Faktoren spielen eine Rolle, vielmehr gebe es ein umfassendes Wohlstandsverständnis, das auch Aspekte wie Jobsicherheit, Naturnähe, Kultur, etc. beinhalte. Zugleich verstärke sich die Suche nach Sinn, Halt und Heimat, Ziel sei die Schaffung einer besseren Gesellschaft.
    Dem Landkreis Donau-Ries attestierte Opaschowski eine sehr gute wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, was nicht zuletzt durch Platz 3 im jüngsten Landkreis-Ranking zur Lebensqualität zum Ausdruck komme: „Bei Ihnen leben und arbeiten die Menschen gerne“.

    Den Reaktionen der Zuhörer – eingeladen waren Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vertreter/innen der Stadträte, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Institutionen des Landkreises – war zu entnehmen, dass sie sich von den Ausführungen Opaschwoskis angesprochen fühlten. Landrat Stefan Rößle fasste abschließend zusammen: „In vielen Punkten des Vortrags habe ich mich selbst erkannt. Manches hat mich beruhigt und zuversichtlich gemacht, anderes eher nachdenklich.“ Fest stehe, das Regionalmanagement des Landkreises Donau-Ries habe viele Aufgaben erfolgreich erledigt, die Zukunft biete aber noch zahlreiche Herausforderungen.

    Zu den Projekten des Regionalmanagements in den kommenden Jahren gehört u.a. die Einrichtung eines Bildungsbüro zur Koordination der Bildungsakteure, die Einstellung von Sprachlotsen, um Sprachangebote für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund umzusetzen, und die Schaffungen einer Willkommenskultur für Neubürgerinnen und Neubürger bei den Kommunen und den Unternehmen. Ein großes Thema ist daneben die Fachkräftesicherung und -werbung, um Unternehmen im Landkreis Donau-Ries bei der Akquise von qualifiziertem Personal zu unterstützen. Ein schon realisiertes Projekt in diesem Bereich ist die Jobbörse, die für die Mitarbeiter/innen von Kathrein durch das Regionalmanagement organisiert wurde.

    Ein Projekt des Regionalmanagements. Das Regionalmanagement des Landkreises Donau-Ries wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat und den Wirtschaftsförderverband DONAURIES e.V.