Regionalportal Donau-Ries
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    Irmi Miller, Bio-Landwirtin und Hauswirtschaftsmeisterin aus Tapfheim-Erlingshofen

    Bekannt aus Laden, Kochstudio und Fernsehen

    „Mein Traumberuf muss etwas mit Lebensmitteln zu tun haben“, wusste Irmi Miller schon immer. Dass sie gleich zwei Berufe rund um gutes Essen haben und sogar ein wenig berühmt werden würde, ließ sich da noch nicht absehen. Das Mädchen Irmi, geboren 1970, wuchs in einer Milchwirtschaft in Munzingen auf, half viel auf dem Hof und dachte als Teenager: „Konditorin, das wär’s.“ Da sich in der Region keine Lehrstelle fand, sattelte sie auf Hauswirtschafterin um. Der Beruf gefiel ihr so gut, dass sie den Meister drauf setzte und andere junge Frauen unterrichtete. Doch dann kam die Liebe, und wie so oft, änderte sie alles.
    „Als ich Hubert 1993 traf, gehörten er und seine Familie hier zu den Pionieren in der Bio-Landwirtschaft“, erinnert sie sich. Hubert Miller, Diplom-Agrar-Ingenieur, hatte den Hof der Familie 1990 auf Bio umgestellt. Viele sahen das skeptisch. Doch Hubert und Irmi Miller ließen sich nicht beirren und feierten 1998 Hochzeit. „Es war Seelenverwandtschaft“, sagt sie heute, „wir haben privat wie beruflich immer an einem Strang gezogen.“ Die Bio-Landwirtschaft mit Kräutern, Gemüse und Kartoffeln wurde immer erfolgreicher, bald bewirtschaftete das Paar zwei Höfe. Der Bio-Laden auf dem eigenen Hof wurde vor allem Irmis Aufgabe, in ihm wuselten bald regelmäßig die Tochter Maria (heute 19) und der Sohn Leonhard (heute 16) herum. Das Familienleben war harmonisch und schön.
    2006 starb Hubert Miller den plötzlichen Herztod. Er wurde nur 41 Jahre alt. Seine Frau hatte nicht nur den Schock und die Trauer zu bewältigen, sondern obendrein die Höfe, den Laden und vor allem eine junge Familie zu managen. Wie sie das damals schaffte? „Die Familie hat sehr geholfen“, betont sie rückblickend. „Ohne diesen Zusammenhalt wäre es nicht gegangen.“ Alles sollte so weiterlaufen, wie Hubert Miller es begonnen und geliebt hatte.
    Mit den Kindern wuchsen außerdem die zusätzlichen Geschäftsideen. Das Kochen und Backen – privat sowieso immer eine Leidenschaft – wurde zu einem weiteren beruflichen Standbein. Irmi Miller gab mehr und mehr Kochkurse, machte auch das Catering für private Feiern. Natürlich mit besten regionalen, saisonalen Zutaten, wo möglich in Bio-Qualität. Dass es einfach super schmeckte, bekam sogar der Bayerische Rundfunk mit. 2014 drehte ein Fernsehteam bei Miller eine Folge der „Landfrauenküche“, im Rahmen der 6. Staffel der beliebten Serie. Danach wurde Irmi Miller eine zeitlang überall erkannt und bekam auch Anrufe, ob man zu ihr wohl Ausflüge machen könnte.
    Gäste sind im Bioladen sowie in der Küche im Hof immer willkommen, betont sie. „Mich kann man immer nach Rezepten zu dem Fleisch und Gemüse fragen, das ich verkaufe“, ergänzt sie, „in Gedanken koche ich sowieso immer und mische die eine Zutat mit der nächsten.“ Inzwischen beschäftigt sie eine Mitarbeiterin im Laden und nutzt auf dem Acker die Unterstützung von einem befreundeten Landwirt. So schafft sie es, ihre Berufe und die Familie unter einen Hut zu bekommen und die Freude an allem zu behalten.
    Was ihr an der Region besonders gefällt? Die Natur einerseits – die Menschen andererseits, sagt sie. „Der Rieser, der Mensch aus dem Ries, ist wie der Boden hier: zuerst batzig und schwer. Aber wenn du an jemanden rankommst und er sich öffnet, hast du ihn für immer.“